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    Das Girokonto wird in Deutschland zum Zwei-Klassen-System. Sparkassen und Volksbanken erhöhen konsequent die Gebühren — Direktbanken bleiben kostenlos. Für Verbraucher wird die Frage drängender: Lohnt sich der Wechsel?

    Was kostet ein Filialkonto 2026?

    Vor zehn Jahren boten noch über 70 Geldhäuser in Deutschland gebührenfreie Girokonten an. Heute sind es deutlich weniger. Viele regionale Banken haben ihre günstigen Kontomodelle schlicht abgeschafft.

    Beispiel Ingolstadt — Filialkonto ohne Online-Banking
    Volksbank
    8,90 € / Monat

    Sparkasse
    11,00 € / Monat

    Auch bei den Nebenkosten drehen Filialbanken an der Preisschraube. Viele Sparkassen und Volksbanken verlangen mittlerweile bis zu 18 Euro pro Jahr allein für die Girocard. Beleghafte Überweisungen, Kontoauszüge auf Papier und Schalterservice werden zunehmend kostenpflichtig — Leistungen, die vor wenigen Jahren noch selbstverständlich waren.

    Warum bleiben Direktbanken günstiger?

    Direktbanken haben einen strukturellen Vorteil: Sie betreiben kein teures Filialnetz. Keine Mietkosten, kein Schalterpersonal, keine Öffnungszeiten. Diese Kostenersparnis geben sie an ihre Kunden weiter.

    Filialbank
    (Sparkasse / VR-Bank)
    Direktbank
    (ING / DKB / C24)

    Kontoführung
    5 – 11 € / Monat
    0 €

    Girocard
    bis 18 € / Jahr
    0 – 12 € / Jahr

    Debitkarte
    oft extra
    kostenlos

    Zinsen auf Guthaben
    selten
    bis 0,50 % p.a.

    Kundenzufriedenheit
    58 – 62 %
    79 %

    Was spricht noch für die Filialbank?

    Trotz der Preisunterschiede gibt es Gründe, die für ein Filialkonto sprechen:

    💰 Bargeldeinzahlung: Wer regelmäßig Bargeld einzahlen muss — etwa Selbstständige oder Vermieter — profitiert von einem Schalter in der Nähe.

    🏠 Komplexe Finanzfragen: Bei Baufinanzierung oder Erbschaftsplanung schätzen manche Kunden die persönliche Beratung.

    👴 Kein Smartphone: Ältere Kunden, die kein Online-Banking nutzen können oder wollen, sind auf die Filiale angewiesen.

    📊 Studie: Laut einer Umfrage im Auftrag von CHECK24 (2024) waren 79 % der Direkt- und Neobank-Kunden zufrieden oder sehr zufrieden. Bei Volksbanken nur 62 %, bei Sparkassen 58 %. Persönliche Beratung rechtfertigt die höheren Kosten nicht automatisch.

    Was bedeutet das für Verbraucher?

    Die Preisschere wird sich 2026 weiter öffnen. Filialbanken haben bereits weitere Gebührenanpassungen angekündigt, während Direktbanken ihre Konditionen halten oder sogar verbessern. Wer sein Konto überwiegend digital nutzt, lässt mit einem Filialkonto buchstäblich Geld auf dem Tisch liegen.

    Ein Kontowechsel ist heute dank gesetzlich vorgeschriebenem Kontowechselservice einfacher als je zuvor. Die neue Bank übernimmt die Umstellung von Daueraufträgen und Lastschriften automatisch. Der gesamte Prozess dauert selten länger als eine halbe Stunde.

    Fazit

    Wer 2026 noch ein teures Filialkonto hat und es eigentlich nur digital nutzt, sollte den Wechsel ernsthaft prüfen. Die Ersparnis liegt bei vielen Kunden bei 100 Euro oder mehr pro Jahr — und der Service bei Direktbanken ist längst nicht mehr schlechter, sondern oft besser.

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